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Senkung der Makulatur erhöht Papiereffizienz

Für eine Million m² verkaufsfähiger Zeitungen müssen 24,9 Tonnen Druckpapier eingesetzt werden

Die Entwicklung des Papierbedarfs wird stark von der wirtschaftlichen Konjunktur beeinflusst. Der Papierdurchsatz der eigenen Zeitungsdruckereien in Deutschland (inklusive des von Druckkunden gestellten Papiers) stieg im Vergleich der Jahre 2003 bis 2005 von 182.100 auf 212.500 Tonnen um 16,7 Prozent.

Spezifische Kennzahl

Mit dieser Zahl soll die Effizienz (bedruckte Fläche je Tonnes Papier) bei der Nutzung des Papierrohstoffes ausgedrückt werden. Die dazu gebildete Kennzahl drückt aus, wie viele Quadratmeter bedruckter Zeitungsseiten je Tonne Papier hergestellt worden sind.

So wurden zur Herstellung von 1 Million Quadratmeter bedruckter Zeitungsseiten im Jahr 2003 noch 25,2 Tonnen Papier benötigt – im Jahr 2005 nur noch 24,9 Tonnen. Für jede Million bedruckter Quadratmeter konnten also rund 0,3 Tonnen Papier gespart werden. Auf den gesamten Papiereinsatz bezogen entspricht das in etwa einer Papiereinsparung von 2.700 Tonnen. Bei einem Durchschnittspreis von 460 Euro je Tonne – EUWID 2005 – entspricht das einer Kostenersparnis von 1,2 Millionen Euro.

Diese positive Entwicklung (Senkung der angefallenen Makulatur*) basiert vor allem auf dem hohen technischen Stand der Druckmaschinen sowie der hohen Qualifikation und Aufmerksamkeit der Mitarbeiter. In den vergangenen Jahren hatte auch eine Verringerung der Papiergewichte (Grammaturen) Einfluss auf diese Entwicklung.

*Makulatur: Insbesondere im Druckwesen wird der Ausdruck Makulatur verwendet, um schadhafte oder fehlerhafte Exemplare zu bezeichnen, die nicht in den Verkauf gelangen dürfen. Dazu gehören aber auch die Rollenverpackung und die Hülsen, auf denen das Papier aufgewickelt ist, sowie bedruckte und unbedruckte Papierreste. Makulatur ist ein begehrter Recyclingrohstoff für die Herstellung neuer Papierprodukte.

Papierrecycling

Mit mehr als 80 Prozent liegt die Verwertungsquote graphischer Altpapiere in Deutschland im EU-Vergleich besonders hoch. Für eine hohe Verwertungsquote graphischer Papiere (dazu zählen Zeitungen und Zeitschriften) unterstützt der Verlag die Ziele der Arbeitsgemeinschaft Graphische Papiere (AGRAPA).

In den vergangenen Jahren wurden in Europa eine Reihe neuer, altpapierverarbeitender Papiermaschinen in Betrieb genommen.

Beim Recycling von Altpapier in der Papierfabrik wird ein Teil der Papierfasern unbrauchbar und aussortiert. Um 100 kg Zeitungspapier herzustellen, braucht man etwa 120 bis 125 kg Altpapier. Daher funktioniert dieser Faserkreislauf nur, wenn die Mischung von Frisch- und Altfaser insgesamt stimmt. Daher ist für die Aufrechterhaltung dieses Kreislaufes die Frischfaserzufuhr von zentraler Bedeutung (Siehe dazu auch Film- und Fotodokumentation über den Recyclingprozess).

Mehr als die Hälfte (55 Prozent) der von Axel Springer eingesetzten Druckpapiere enthalten Altpapier. Einzelheiten der Verteilung entnehmen Sie bitte dieser Tabelle:

Altpapier-Anteile der verschiedenen Papiersorten

Altpapier-Anteile der verschiedenen Papiersorten SZO AZO/ HAZO SC SZT/ AZT SBT ASBT LWC
0% 16 94 67 47 100 51
bis 15 % 3 49
20 % - 35 % 29 53
40 % - 50 % 3 4
55 % - 69 % 13
70 % - 80 % 11 6 80
90 % - 100 % 54 20

SZO: Standard- Zeitungsdruckpapier Offset AZT: aufgebessertes Zeitungsdruckpapier Tiefdruck
AZO: aufgebessertes Zeitungsdruckpapier Offset SBT: Spezial-BILD-Tiefdruckpapier
HAZO: hochaufgebessertes Zeitungsdruckpapier Offset ASBT: aufgebessertes Spezial-BILD-Tiefdruckpapier
SC: „supercalandered“ – zwischen den Walzen eines Kalanders geglättetes (satiniertes), holzhaltiges Papier (Offset/Tiefdruck) LWC: „light weight coated“ – leichtgewichtiges, zweiseitig gestrichenes, holzhaltiges Rollendruckpapier

Papier-Herkunft

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick der Länder aus denen Druckpapier zentral bezogen wird. Diese Papiertonnage wird in den drei eigenen Druckereien (Ahrensburg, Essen-Kettwig und Spandau) sowie in 26 Fremd-Druckereien im In- und Ausland verarbeitet. Seit 1995 gelten dabei die vom Verlag entwickelten Waldnutzungsstandards. In der Rubrik Kontakte werden die Ansprechpartner für Umweltfragen bei den einzelnen Papierlieferanten dokumentiert.

Herkunft des Pressepapiers der Axel Springer AG 2005 (inklusive Akzidenzien)

Land Tonnen Prozent
Deutschland 196.429 42 %
Schweden 94.601 20 %
Finnland 52.925 11 %
Frankreich 38.346 8 %
Niederlande 21.710 5 %
Norwegen 19.408 4 %
Kanada 11.675 3 %
Russland 15.881 3 %
Österreich 9.825 2 %
Schweiz 4.016 1 %
Belgien 2.650 1 %
Tschechien 315 0 %
Gesamt: 468.002 100 %

Waldzertifizierung

Um Holz-, bzw. Papierkunden eine überprüfbare ökologische Qualität zu bieten, haben sich international die Zertifizierungs-Systeme FSC (Forest Stewardship Council) und PEPC (Programme for the Endorsement of Forest Certification) etabliert. Eine auf eigenen Recherchen basierende Schätzung zeigt die prozentualen Anteile an der Gesamtwaldfläche in den Ländern, aus denen der Verlag Druckpapier bezieht.

Zertifizierte Waldflächen (Schätzung)

Land FSC PEFC
Deutschland 6,5 % 66 %
Schweden 38 % 25 %
Finnland 0,05 % 96 %
Frankreich 0,1 % 26 %
Niederlande 50 % -
Norwegen 0,06 % 99 %
Kanada 6 % 24 %
Russland 1,2 % -
Österreich 0,2 % 99 %
Schweiz 37 % 26 %
Belgien 1 % 46 %
Tschechien 1 % 75 %
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Hier finden Sie weiterführende Informationen (als PDF-Datei) zur Papierentwicklung.

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