Zu den Inhalten | Suche | Hauptnavigation | Bereichsnavigation |

Suche | Hauptnavigation | Bereichsnavigation |


Der vorliegende Nachhaltigkeitsbericht 2008-2009 ist deutlich breiter angelegt als frühere Ausgaben. Damit unterstreichen wir unsere besondere Verantwortung als Medienhaus – von der journalistischen Unabhängigkeit und der Trennung von Anzeigen und Redaktion über die Förderung der Medienkompetenz junger Leser bis zum Datenschutz sowie der Sicherung sozialer und ökologischer Standards entlang der Holz-, Zellstoff-, Papier-, Druck- und Recyclingkette. Und je stärker wir unser Geschäft ins Internet und auf mobile Lesegeräte übertragen, umso bedeutender wird künftig auch die Transparenz der Standards entlang der digitalen Wertschöpfungskette.
Denn wer sich kritischem Journalismus verpflichtet, muss selbst einer genauen Überprüfung standhalten. Dabei bestärken uns Auszeichnungen wie der „Deutsche Nachhaltigkeitspreis“ und die Top-Position im Nachhaltigkeitsrating internationaler Medienunternehmen von oekom research.
Es gibt zwei Dinge, die ich besonders ungern mache. Erstens, Maßnahmen ergreifen, die andere schon viel früher ergriffen haben, und zweitens, Dinge tun, die „politically correct“ sind. Das Thema Chancengleichheit erfüllt beide Kriterien. Das haben andere schon lange vor uns viel wichtiger genommen, und es ist absolut „politically correct“. Wenn wir uns bei Axel Springer jetzt trotzdem diesem Thema widmen, dann können Sie davon ausgehen, dass wir es wirklich ernst meinen und dieser Aufgabe eine hohe Priorität einräumen.
Spiegelt die Zusammensetzung unseres Managements, der Chefredaktion und der Ressortleitungen die Zusammensetzung unserer Kunden und Leser wider? Gelingt es uns wirklich, die besten Talente für Axel Springer zu begeistern, unabhängig vom kulturellen Hintergrund, von Herkunft, Geschlecht oder Milieu? Ich bin fest davon überzeugt, wir können da noch besser werden. Wir wollen mehr Vielfalt in unser Unternehmen bringen. Damit wir noch erfolgreicher werden, damit wir die strategischen Ziele der Internationalisierung und der Digitalisierung noch schneller und besser erreichen. Und nicht zuletzt, um eine noch modernere Unternehmenskultur zu etablieren.
Vielfalt hat natürlich viele Aspekte. Das ist nicht nur eine Geschlechterfrage. Aber im ersten Schritt heißt Vielfalt für uns: mehr Frauen in Führungspositionen.
Ziemlich klar sind die ökonomischen Befunde. Wussten Sie zum Beispiel, dass in Europa und in den USA fast 60 Prozent der Universitätsabsolventen Frauen sind? Und wussten Sie, dass Frauen eine entscheidende Rolle bei allen wesentlichen Konsum- und Konsumentenentscheidungen treffen? Und dass mittlerweile die Hälfte aller Internetnutzer weiblich ist? Es ist also nicht irgendeine Pflichtübung, sondern wir wollen und wir müssen für unser Unternehmen hier mehr erreichen. Konkret haben wir uns vorgenommen, den Anteil von weiblichen Führungskräften in den nächsten fünf bis acht Jahren zu verdoppeln.
Es ist ein bewusst ambitioniertes Ziel. Wir wollen Chancengleichheit erreichen, ohne eine harte Quote einzuführen. Und das kann der schwierigere Weg sein, ist aber nach unserer Auffassung ein Weg, der für Axel Springer der bessere ist.
Eine anregende Lektüre unseres inhaltlich erweiterten Nachhaltigkeitsberichts wünscht Ihnen
Dr. Mathias Döpfner
Vorstandsvorsitzender