Kampf dem Konzern (1966–1976)




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Kampf dem Konzern (1966–1976)

Die Republik probte den Aufstand. Allen, die eine veränderte Republik, einen Regierungswechsel in Bonn und eine neue Ostpolitik wollten, stand das Haus Springer im Wege. Nach Bonner Berechnungen stammten 39 Prozent der in Deutschland verbreiteten Zeitungsauflage und 18 Prozent der Zeitschriftenauflage aus diesem Verlag. „Die Springersche Machtballung ist zu einem zentralen Problem der Republik geworden”, erklärte der Historiker Golo Mann. Außerparlamentarische Opposition (APO), Linke und Liberale bliesen zum Sturm gegen den Verlag. Hass und Neid mobilisierten die Straße. „Enteignet Springer” skandierten Sprech-Chöre. Gewalt flammte auf, Feuer wurden gelegt, schließlich floss Blut. Im Hamburger Verlagshaus explodierten 1972 zwei Bomben; 17 Mitarbeiter wurden verletzt. Axel Springer erwog zu verkaufen und gab einige seiner Blätter ab. Im dritten Jahrzehnt war der Konzern angeschlagen, aber er wankte nicht.

1967

Übernahme der Programmzeitschrift FUNK UHR.    

1970

Umwandlung der Verlagsgruppe Axel Springer in eine Aktiengesellschaft. Erwerb einer Beteiligung an den LÜBECKER NACHRICHTEN.

1971

Beteiligung an der BERGEDORFER ZEITUNG (100%ige Tochter seit 1988) und Erwerb der ELMSHORNER NACHRICHTEN.   

1972–73

Bau der Offsetdruckerei in Essen-Kettwig.   

1976

Gründung der Cora Verlag GmbH & Co. KG, Hamburg als Herausgeberin von Romanreihen.