BILD-Chefredakteur und DeutschlandRadio-Intendant zur Presserats-Rüge gegen BILD



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04.12.08

BILD-Chefredakteur und DeutschlandRadio-Intendant zur Presserats-Rüge gegen BILD

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Der Chefredakteur der BILD-Zeitung, Kai Diekmann, kritisiert die heute ausgesprochene Rüge des Deutschen Presserats gegen BILD. Gerügt wurde die Veröffentlichung eines Fotos in der BILD-Zeitung, das die Bergung von Todesopfern eines Flugzeugunglücks zeigt. Bei dem Absturz in Nepal waren im Oktober 18 Menschen umgekommen, darunter zwölf Deutsche. 

Kai Diekmann: „Der Presserat misst mit zweierlei Maß und problematisiert mit dieser Entscheidung jede Fotoveröffentlichung, sofern sie Opfer auch nur aus der Ferne zeigt. Nach allen vom Presserat zu vergleichbaren Fällen kommunizierten Kriterien – siehe “Stern” und “Spiegel” zum Concorde-Absturz und Tsunami –, die BILD vorab sorgfältig bedacht hat, hätte diese Veröffentlichung ethisch für unbedenklich gehalten werden müssen. Mit einer solch rätselhaften Entscheidung verunsichert der Presserat die Redaktionen. Vollständigkeit gehört auch zur Wahrheitspflicht der Berichterstattung.“ 

Die BILD-Redaktion hatte sich am Erscheinungstag des nun gerügten Berichts der öffentlichen Blattkritik durch DeutschlandRadio-Intendant Ernst Elitz gestellt. Elitz hatte die Veröffentlichung damals als „eine akzeptable Lösung“ bezeichnet. 

Die heute ausgesprochene Rüge des Presserats kommentiert Ernst Elitz so: „Man darf die Welt nicht schöner zeichnen als sie ist. Unglücke, Kriege und Katastrophen bei denen Menschen ums Leben kommen, lassen sich nicht verdrängen. BILD hat eine aus der Distanz aufgenommene Totale nach dem Flugzeugabsturz gezeigt. Menschliche Leichen wurden hier keineswegs in den Vordergrund gerückt. Aber das Gesamtbild hat Betroffenheit geweckt. Das Bild hat Wirklichkeit gezeigt, aber keinen Voyeurismus betrieben. An der Wirklichkeit kann man nicht vorbei gehen, auch wenn sie bedrückend ist und betroffen macht. Die Abbildung dieser realen Situation kann beim Fernsehzuschauer und beim Leser Mitgefühl wecken. Auch das ist eine Aufgabe der Medien.“

Pressekontakt: Tobias Fröhlich
Tel: +49 30 2591 77620