Geburtstagsüberraschung: „100 Jahre in 100 Minuten“ 1.000 Gäste erleben eine Revue zum 100. Geburtstag von Axel Springer



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02.05.12

Geburtstagsüberraschung: „100 Jahre in 100 Minuten“
1.000 Gäste erleben eine Revue zum 100. Geburtstag von Axel Springer

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Kooperation mit Hamburger St. Pauli Theater / In den Hauptrollen Herbert Knaup und Leslie Malton / Regie führte Ulrich Waller / Das Buch schrieben Peter Huth, Benjamin von Stuckrad-Barre und Ulrich Waller / Gastauftritte von Udo Lindenberg, Max Raabe und Wilhelm Wieben

Showtime statt Festakt! Die rund 1.000 Gäste, die sich am Abend des 2. Mai 2012 anlässlich des 100. Geburtstages von Axel Springer im Berliner Axel-Springer-Haus einfanden, hatten sicher anderes erwartet. Die üblichen Reden und Grußworte, dazu feierliche Musikdarbietungen. Doch es gab keine einzige Rede. Was geboten wurde, war kein Festakt, sondern eine 100-minütige Zeitreise durch das Leben Axel Springers: Von der Unternehmensgründung über die Erfindung der BILD-Zeitung und die Auseinandersetzung mit der Studentenbewegung bis hin zur Bespitzelung des Verlegers durch die Stasi. Lebensstationen, wichtige Wegmarken, Überraschendes und Widersprüchliches, Höhepunkte und Tiefpunkte eines reichhaltigen Lebens: unterhaltsam von Schauspielern, Sängern und Tänzern dargeboten. In den Hauptrollen Herbert Knaup („Das Leben der Anderen“) als Axel Springer, Leslie Malton („Der große Bellheim“) als Friede Springer, Peter Jordan als Rudolf Augstein und Rainer Brandt als Erich Mielke.

Warum eine Revue?

Warum eine Revue? Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer AG: „Man hätte bedeutende Persönlichkeiten, Freunde, Weggefährten oder sogar treue alte Feinde bitten können, über ihre Erinnerungen an Axel Springer zu berichten. Eine Reihe von Lobeshymnen am Rednerpult. Doch was hätte dies mit Axel Springer zu tun? Dem leidenschaftlichen Journalisten und Gründer, dem Mäzen und Meinungsmacher, dem Lebemann, dem Freiheitskämpfer?“ Döpfner spielt im Prolog der Revue sich selbst, indem er einen Brief an Axel Springer entwirft – eine ebenso ironische wie persönliche Annäherung an einen Mann, den er selbst nicht kennengelernt hatte.

Döpfners fiktiver Brief an Axel Springer endet mit den Worten: „Aufregend, bewegend, mal komisch, mal tragisch, manchmal großspurig, niemals kleinkariert. Leidenschaftlich, bunt, klug und unterhaltsam, leise und laut, wie Ihre Blätter. Wahrhaftig und widersprüchlich. Das Leben als Revue. Passt besser zu Ihnen, fanden wir.“

Ulrich Waller: „Axel Springer war ein fremder Kontinent für mich.“

Die Revue orientiert sich an den prägenden und historisch authentischen Lebensstationen Axel Springers und basiert zu einem Großteil auf dokumentierten Zitaten. Vier Wochen wurde das Stück in einem Neuköllner Hinterhoftheater einstudiert. Die insgesamt 120 verschiedenen Rollen wurden von neun Schauspielern plus einem elfköpfigen Ensemble, bestehend aus Tänzern und Sängern, auf die Bühne gebracht (Choreografie: Kim Duddy, Bühnenbild: Raimund Bauer) sowie von einer Band begleitet (musikalische Leitung: Matthias Stötzel). Das Stück wurde zeitgeschichtlich strukturiert durch einordnende Nachrichtentexte, verlesen von dem langjährigen Tagesschau-Sprecher Wilhelm Wieben. Die künstlerische Gesamtverantwortung der Revue lag beim St. Pauli Theater, Hamburg. Dessen Leiter Ulrich Waller, unter anderem bekannt durch das Musical „Hinterm Horizont“, führte Regie. Das Drehbuch schrieben B.Z.-Chefredakteur Peter Huth und der Autor Benjamin von Stuckrad-Barre gemeinsam mit Ulrich Waller. Udo Lindenberg, der wie Axel Springer immer an die deutsche Wiedervereinigung glaubte, hatte mit „Mädchen aus Ostberlin“ einen musikalischen Gastauftritt, ebenso Max Raabe mit dem Lied „Du bist nicht die Erste“.

Ulrich Waller, der sich selbst zur Nachhut der 68er zählt, hatte sich zur Vorbereitung durch Texte und Filmaufnahmen gearbeitet: „Axel Springer, das war ein fremder Kontinent für mich.“ Waller weiter: „Ich bekam schnell das Gefühl, dass Springer um einiges vielschichtiger ist, als ich gedacht hatte.“

Benjamin von Stuckrad-Barre: „Wir wollten Axel Springer lebendig machen und zumindest für diese 100 Minuten aus dem Klischee-Kerker erlösen. Unsere Intention war es, die Zuschauer zu animieren, sich dieses Leben noch einmal frisch anzugucken.“

Peter Huth: „Für seine Feinde war und ist Axel Springer immer nur eine Institution, die bekämpft werden muss. Wir wollten die Person Axel Springer zeigen. Mit seinen Stärken und seinen Schwächen – den Menschen.“

Die Zeitreise startet kurz nach dem zweiten Weltkrieg. Zu Beginn der Revue erlebten die Zuschauer, wie Axel Springer die britischen Militärbehörden charmant und gewitzt überzeugte, ihm die Lizenz als Zeitungsverleger zu erteilen (Offizier: „Und von wem sind Sie verfolgt worden?“ Axel Springer: „Nur von den Frauen.“). Es folgt sein wirtschaftlicher und publizistischer Aufstieg zu einem der erfolgreichsten aber auch umstrittensten Verleger Europas. Sein durch nichts zu erschütternder Einsatz für die deutsche Wiedervereinigung, sein Einsatz für die Aussöhnung zwischen Deutschen und Juden, die Einflussnahme der Stasi auf die „Enteignet Springer-Kampagne“ oder die Konfrontation mit der Studentenbewegung – verdichtet auf 100 Minuten wird diese reichhaltige Biografie aufgefächert, Großtaten und Fehler, unbekannt Seiten, Widersprüchliches, Licht und Schatten herausgearbeitet. So wird auch der von zahlreichen Selbstzweifeln geplagte Verleger gezeigt („Ich habe keine Lust mehr. Ich werde den Verlag verkaufen, ich werde alles verkaufen. Alles.“). Mit der Nachricht vom Fall der Mauer, dem Lebenstraum Axel Springers, enden die 100 Minuten über sein Leben. Sein Herzschlag, der zuvor verstummt war, setzt wieder ein und geht über in das Hämmern der Mauerspechte. Waller: „Man hätte ihm gegönnt zu erleben, wie sich das Verbissene, eingemauerte, Verbitterte in ihm auflöst, das ihn in seinen letzten Jahren geprägt hat. Ich glaube, Springer wäre der erste gewesen, der sich selbst noch einmal neu gedacht hätte.“

Herbert Knaup: „Da gab es jede Menge Vorurteile.“

Axel-Springer-Darsteller Herbert Knaup dachte zunächst an einen Scherz, als ihm die Rolle angeboten wurde. Knaups Springer-Bild war früher negativ: „Da gab es jede Menge Vorurteile.“ Heute sagt Knaup: „Axel Springer war ein Machtmensch, der hinter allen Fassaden ein Mensch blieb. (…) Dieser Mann, über dessen Leben ich kaum etwas wusste, war offenbar ein Feuerwerk an Erfahrungen und Erlebnissen. Daraufhin hatte ich große Lust, dieses Leben in dieser guten und unterhaltsamen Form zu erzählen.“

Für Leslie Malton war ihre Rolle etwas ganz besonderes: „Friede Springer zu spielen und zu wissen, dass sie in der ersten Reihe sitzen wird, ist eine spannende und interessante Herausforderung.“

Von Swing bis Rock reichte die musikalische Bandbreite von Matthias Stötzel, Professor an der Musikhochschule Hamburg, und seiner fünfköpfigen Band. Das 20 Meter breite Bühnenbild gestaltete Raimund Bauer, Professor an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg. Das Kostümbild, entworfen von Ilse Welter-Fuchs, zeigte die Modewelt der Nachkriegszeit bis in die Achtzigerjahre.

Diese Presseinformation (auch in englischer Sprache), Foto- sowie weiteres Pressematerial sind unter www.axelspringer.de/einhundert abrufbar.

Pressekontakt Axel Springer SE: Michael Schneider
Tel: +49 30 2591 77644

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